Gelesen: Die Hölle sind die anderen

„Die Hölle sind die anderen“. Das ist ein Zitat von Jean-Paul Sartre.
„Das ist Bullshit!“ ist der Kommentar dazu von Philippe Pozzo di Borgo. Nachzulesen ⇒in diesem Interview mit Elisabeth von Thadden.

Richtig bekannt wurde Philippe Pozzo di Borgo durch die ⇒Verfilmung  seiner  ⇒Autobiographie: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben.

Ein zweite Buch schrieb er zusammen mit Jean Vanier (⇒Hompepage) dem Begründer der Arche (⇒deutsche Homepage; ⇒internationale Homepage) und Laurent de Cherisey dem Gründer von ⇒“Simon de Cyrène“ und hat den Titel: ⇒Ziemlich verletzlich, ziemlich stark: Wege zu einer solidarischen Gesellschaft

In diesem Buch möchten die drei Männer diese Wege zu einer solidarischen Gesellschaft aufzeigen, aber vor allem motivieren, einfordern. Auf diesem Gebiet haben sie persönliche und intensive Erfahrung.

Das Buch enthält und beginnt mit dem oben verlinkten Interview, ist ein leidenschaftlicher Appell und als solcher ein guter Startpunkt für die Beschäftigung mit dem Sinn von Gemeinschaft und Solidarität.

C.

P.S.: ⇒Geheime Kraft (Jean Vanier)




Gemeint, gut

Wir sind die Guten…

Doch lass uns zunächst durch den Herbstwald an der Rhön wandern. Wir kommen an eine kleine Holzbrücke. Zwei geschnitzte Hände die sich fassen, bilden das Geländer. Brücken verbinden. Das ist ihr Zweck. Brücken führen zusammen, vereinen was getrennt.

Diese kleine Brücke liegt auf dem ⇒Franziskusweg und führt durch Natur und die Gedanken des Sonnengesangs von Franz von Assisi. Die Brücke steht für die Strophe:

Gelobt seist Du, mein Herr, für jene, die verzeihen um Deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Not. Selig, die ausharren in Frieden, denn Du, Höchster, wirst Sie einst krönen.

Ja, das war das Thema von Giovanni Bernadone: Der Frieden. Errungen durch Liebe, durch Ertragen und Ausharren. Ich stehe auf der Brücke und denke nach. Ja, Franziskus hat Jesus zugehört, als dieser auf dem Berg seinen Nachfolgern die Seligpreisungen lehrte. Und er hat es gelebt. Und er hat Jesus zugehört, als er seine Fröhliche Nachricht, seine Regierungserklärung proklamierte (Lk 4,18ff): Befreiung für die Armen, Gefangenen, Kranken, Besiegten. Denn das ist klar. Frieden mit Gott kann ich nicht alleine haben.

Den Frieden bekommen wir nur mit Gerechtigkeit. Und gerade in der aktuellen Zeit erleben wir plastisch und bis in unser persönliches Tageserleben hinein, dass wir den Frieden nicht für uns alleine haben können. Viele Menschen fliehen vor der Ungerechtigkeit und der Gewalt. Ja, Gottes großes Ziel ist Versöhnung, Wiedervereinigung, Frieden. Einheit.

Einheit. Einheit ist stark. Einheit gelingt viel. Als die junge Menschheit sich um ein Ziel versammelte, wuchsen sie über sich hinaus. So sehr hinaus, dass Gott eingreifen musste. Um Schlimmeres zu vermeiden.

Joos De Momper - La tour de Babel (by PaulineM)

Denn: überall da wo Menschen Dinge auftürmen, wächst die Ungerechtigkeit. Und auch wir haben aufgetürmt. Unser Wohlstand – hart erarbeitet – entstammt dem Individualismus und dem Wettbewerb. Und Wettbewerb bedeutet: Es gibt Sieger. Und Verlierer. Und genau das können wir beobachten. Am Rande unserer imposanten Wolkenkratzer strandet die Masse der Verlierer, diejenigen, auf die man verzichten konnte.

Wir sind die Guten. Klingt göttlich. Gemeint ist aber so oft: Wir sind die Besseren. Wir sind die Könner. Und folglich: Ihr seid die Verlierer. Menschliche Einheit grenzt aus. Wir gegen Euch. Das ist die Falle: „Gut sein“ bedeutet in unserer Gesellschaft nur allzu oft „besser sein als“, „erfolgreicher sein als“, „reicher sein als“, „mächtiger sein als“.

Der Vergleich ist das Leitmotiv unseres Lebens.

Und Gott? Gott ist gut. Und Gott sagt, dass er sich um die Verlierer kümmert. Er sagt, dass seine Kinder eine Einheit leben, die nicht ausgrenzt. Und deshalb geht er „nach unten“, verlässt seine Herrlichkeit. Verzichtet auf seine Macht. Lässt sich verhaften, verurteilen und hinrichten. Stirbt. Demaskiert.

Und wir? Wir sind die Guten. Wir wollen Gott helfen. Wir wollen uns um die Verlierer kümmern. Aus einer Position der Stärke. Mit Gott an unserer Seite: Wer kann uns widerstehen? Wir haben die Mittel dich aus dem Dreck zu ziehen. Dich zu uns nach oben zu ziehen. Wenn du nur mitmachst. Und Gott wird es lohnen.

Ja, wird er. Jesus sagt es (Mk. 10,30): Wer mit mir sein „oben“ verlässt, bekommt „hier unten“ hundertfach Gemeinschaften (Häuser), Schwestern, Brüder, Kinder, Mütter. Gemeinschaft halt. Familie.

→Beziehung ist das Leitmotiv Gottes.

Wie so anders ist die göttliche Logik als unsere. Sei schwach, wenn meine Kraft in dir wirken soll. Sei Diener, wenn du herrschen willst1. Liebe deine Feinde, wenn du sie besiegen willst2. Lass dein Leben los, wenn du es erhalten willst3. Und auch das hat Franziskus so kunstvoll in Worte gefasst:

→“Herr mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens…“.

Und das will ich sein. Machst du mit?

S.




Jesus in Clouds by Sunset (By Donatas Dabravolskas (Own work) [CC BY-SA 4.09])

Gefragt: Jesus, wer bist du?

Jesus in Clouds by Sunset (By Donatas Dabravolskas (Own work) [CC BY-SA 4.09]

Jesus in Clouds by Sunset
By Donatas Dabravolskas (Own work) [CC BY-SA 4.0]

„Ein junger Mann, hartnäckig in seinem Engagement für das Leben.4 Der ihm am nächsten war, berichtet, dass er an seinem letzten Abend vom Mahl aufstand, sein Gewand ablegte und die Füße seiner Gefährten und Begleiter wusch – ein junger, strenger Mann, einsam vor seinem endgültigen Geschick.

Er hat das kleine Spiel um seine – seine! – Freundschaft gesehen. Er wusste, dass keiner der Gefährten einsah, warum er so handeln musste, wie er es tat. Er verstand, wie verängstigt sie sein würden und wie sie zweifeln würden. – Und einer von ihnen hatte ihn angezeigt und würde wohl bald der Polizei das Zeichen geben.

Er setzte auf eine Möglichkeit seines Wesens und seines Schicksals, die er erahnt hatte, als er aus der Wüste zurückkam. Wenn Gott etwas vorhatte mit ihm, würde er nicht versagen. Erst seit Kurzem glaubte er klarer zu sehen und hatte verstanden, dass der Weg der Möglichkeit der des Leidens sein könne. Wissend indessen, dass er ihm folgen müsse, zweifelnd, ob er ´derjenige, welcher` sei, war er sich klar, dass die Antwort nur gefunden werden konnte, wenn er dem Weg der Möglichkeit folgte. Das Ende konnte ein Tod ohne Bedeutung sein – über das hinaus, dass er das Ende der Möglichkeit war.

Der letzte Abend also. Ein strenger junger Mann:

Wisset ihr, was ich mit euch getan habe?
Jetzt sag ich es euch, ehe denn es geschieht. –
Einer unter euch wird mich verraten. –
Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen. –
Solltest du dein Leben für mich lassen? Wahrlich. –
Meinen Frieden gebe ich euch. –

Aber auf dass die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und also tue, wie der Vater geboten hat.

Steht auf und lasst uns von hinnen gehen.

Ist der Held in diesem ewigen, brutal einfachen Drama ´Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt`? Beherrscht vom Glauben an eine geahnte Möglichkeit – im Sinn Gottes, im Sinn eines Opfertiers, im Sinn des Erlösers. Ein junger Mann, streng in seiner Hingabe an das Leben, der den Weg seiner Möglichkeit ohne Selbstbedauern oder ein Bedürfnis nach Mitleid zu Ende geht in das selbstgewählte Schicksal, auch die Gemeinschaft opfernd, als die anderen nicht in eine neue Gemeinschaft folgen.
Auf seine Möglichkeit setzen -. Warum? Opferte er sich für andere doch um seiner selbst willen – in einer erhabenen Egozentrik? Oder verwirklicht er sich selbst um anderer willen?

Die Scheidelinie verläuft zwischen Unmensch5 und Mensch.

Ein neu Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebet.

Die innere Möglichkeit -. In gefährlichem Wechselspiel mit der äußeren. Der Weg der Möglichkeit führte zum Hosianna-Ruf des Einzugs, der andere Möglichkeiten zuließ, als die er wählte.“

Dies ist die Antwort, die sich Dag Hammarskjöld als ein Wegzeichen aus dem Jahr 1951 notierte.6

These: Eine ehrliche Beschäftigung mit Jesus ist immer auch eine ehrliche Begegnung mit sich selbst. Alles andere wird diesem Menschenfreund nicht gerecht. Alles andere ist Selbstbetrug. …

These 2: Einmal auf dem Weg der „Nachfolge Christi“ (Imitatio Christi) wird auch Christus einem ähnlich. Man erkennt, dass die eigenen Kämpfe Jesus nicht unbekannt waren. Genau dadurch wird er zu einem „großen Bruder“, zu einem, dem man nachfolgen kann, weil er den Weg schon beschritten hat und auf mitfühlende Erfahrung zurückgreifen kann.

These 3: Die Antwort, die man sich selbst auf diese Frage gibt, ist letztlich die Antwort auf die Frage nach dem eigenen Sein: „Wer bin ich?“ Die „Möglichkeiten“ „für das Leben“ „im Sinn Gottes“ zu wirken, nehmen mit wachsender Nähe zu Jesus zu. Und damit auch die Notwendigkeit und Gefahr zwischen „Unmensch und Mensch“, zwischen Fälschung und echter Nachfolge wählen zu müssen. Die „Hosianna-Rufe“ lassen andere Möglichkeiten attraktiv erscheinen. Buber’s „am Du zum Ich“ garantiert nicht, dass man das richtige „Ich“ wählt.

„Brutal einfache dramatische“ Wahrheit: Das Samenkorn stirbt in der Erde und bringt vielfaches Leben hervor. Kreativität ist immer auch Opfer (lat. creare: erschaffen, gebären). Nach dem „Hosianna“: „Wir wollen Jesus sehen“, die Antwort: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“(Joh 12,20ff).

<to be continued>

Blessings

S. (24.8.2017)




Genial: Deine Zukunft und Du

Ich und Du„The Future You“ – Das ist der Titel der diesjährige TED Konferenz. Und das konkretisiert Jorge Mario Bergoglio, also Papst Franziskus, in seinem TED Vortrag zu „Eine Zukunft gibt es nur im ‚Du'“. Damit greift er das Thema dieser Seiten auf. Wie schön! Unbedingt ansehen.

Die drei Punkte seines Vortrages könnten das Sumsinagro-Thema nicht besser umreißen:

  1. „Wir können nur eine Zukunft erschaffen, wenn ausnahmslos alle zusammenstehen“. Und: „Glück kann nur entdeckt werden, als ein Geschenk der Harmonie zwischen dem Ganzen und jedem einzelnen Teil“: Also das Organismus-Prinzip.
  2. Liebe als Quelle und Bedeutung des Lebens. Ein leidenschaftlicher Appell, die menschliche Kreativität nicht nur auf Produkte, sondern auf Brüderlichkeit und Solidarität anzuwenden und Hoffnung zu „produzieren“. Also: →Beziehung als Leitmotiv.
  3. „Revolution der Zärtlichkeit“. Die Art und Weise ist wichtig. Nicht nur Ziel, sondern auch der Weg. „Zärtlichkeit ist die Sprache der kleinen Kinder.“ „Zärtlichkeit ist keine Schwäche,sondern eine Stärke. Es ist der Pfad der Solidarität. Es ist der Pfad der Demut.“ Also: Der Weg zum Ziel, die Art und Weise muss „menschlich“ sein. Hier geht es um Zärtlichkeit, Schönheit. Wahre Menschlichkeit ist Gott-Ähnlichkeit. Wie könnte es anders sein? Gott ist ja der Vater, wir die Kinder.

 

Und schließlich – und das wird aktuell immer wichtiger – die Reziprozität von Macht und Demut: „Je mächtiger man ist, desto mehr werden sich die eigenen Handlungen auf andere auswirken, desto mehr ist man verpflichtet, demütig zu handeln. Ansonsten wird Ihre Macht Sie und andere ruinieren. (…) Durch Demut und konkrete Liebe hingegen wird Macht — die höchste und stärkste Form — ein Dienst, die Kraft des Guten.

Ein leidenschaftlicher, aber so vergeblicher Apell, angesichts der menschlichen Natur? Werden wir jemals Frieden haben?

Bergoglio sieht einen konkreten Baustein dafür. Und da kommt „du“ – und kommst Du – ins Spiel:

Die Zukunft liegt vor allem in den Händen der Menschen, die den anderen als „Du“ und sich selbst als Teil eines „Wir“ erkennen.

Blessings,

S. (@ 20. Okt 2018)




„If you eat your’e in“

„Wenn du ißt, bist du dabei!“.

Wie schafft man eine heile, integrierende Gesellschaft?

Mit Essen!

S.

P.S.:

-> Open Source




Gesungen, am Abend

AbendliedGesungen haben es schon die Alten. Und an manchen Weisheiten ändert sich nichts. Der Lebensweg des Menschen:

  • Klugheit, vermeintliche und wirkliche, die sich nur allzu leicht zum Maßstab der Wirklichkeit macht und oft übersieht, was man erst auf dem zweiten Blick erkennt.
  • Irrwege aus Stolz und Trotz, die anderen schaden. Meist auch einem selbst.
  • Und dann doch, oft spät, die Erkenntnis des Wesentlichen.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

Matthias Claudius *1740

Ein Leben setzt sich aus vielen Abenden und Tagen zusammen.

Ein gelungener Tag, ist ein Tag, an dem man versöhnt mit Gott, sich selbst und dem Nachbarn zur Ruhe kommt.

Vielleicht nicht die schlechteste Idee, am Ende des Tages dann ein (dieses) Abendlied anzustimmen, und sich daran zu erinnern. Eine Möglichkeit über das Misslungene zur Ruhe zu kommen und für das Gelungene Dankbarkeit auszudrücken.

Blessings,
S. (@ 20. Okt 2018)

P.S.:




Zeitenwende

Cradle Cross Crown

„Denn Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt … dass die Welt durch ihn gerettet werde“ (Joh 3,17)

Mit Weihnachten wird alles anders. Eine neue Zeit bricht an. Ein Gott kommt in seine Welt und nimmt das Problem selbst in die Hand. Das ist schon ziemlich einzigartig. Aber noch erstaunlicher ist, wie dieser Gott den Unfrieden zwischen den Menschen besiegen will. Was würden wir erwarten, wenn ein Mächtiger kommt? Er löst das Problem mit Macht. Er überwältigt das Böse. Aber Gott bekämpft nicht Symptome, sondern die Ursache. Denn seien wir ehrlich: Wie kommt die Schuld in unsere Welt? Immer durch einen Anderen. (Adam hat es uns vorgemacht. Schuld ist „… die Frau, die du mir gegeben hast…“ (⇒1.Mo 3)).

Mit Schuldzuweisungen rechtfertigen wir unsere Schuld und waschen unsere Hände rein. Doch damit ist Schluss, denn Jesus „entschuldigt“ auch denjenigen, dem ich so gerne die Schuld in die Schuhe schiebe und nimmt es auf die eigene Kappe. Einzigartig! Der einzige Gott, der das tut.

Und damit tut er das einzig Richtige. Er lässt unsere Schuldzuweisungen ins Leere laufen. Und er entlässt uns nicht aus unserer Verantwortung. Statt unser Versagen anderen in die Schuhe zu schieben bleibt uns nichts anderes übrig, als sie zu Jesus zu bringen. Er vergibt auch mir. Und wenn Gott mir vergibt, dann kann ich auch gnädig sein. Und mir selbst vergeben. Und dem Anderen. Ursachen bekämpfen eben.

Wer das akzeptiert, trägt zum Friedensreich Gottes bei. Denn Gott setzt seine Macht nicht ein um uns zu überwältigen, zu beherrschen. Er missbraucht seine Macht nicht um seine eigene Macht auszubauen (siehe ⇒Lk 22,25ff). Nein er nutzt sie, um uns zu „er-mächtigen“ und über die Sünde zu herrschen. Sie in jeder unserer Handlungen zu besiegen (s.⇒Genesis 4,7).

Mit Weihnachten wird alles anders. Gott kommt als Kind in seine Welt. Warum als Kind? Kann denn ein Kind die Welt retten? – Wer denn sonst noch? Möchte ich zurückfragen. Gerade in unserer Zeit des Individualismus und der Beliebigkeit (oder wie es in letzter Zeit gerne genannt wir: im „postfaktischen“ Zeitalter) gibt es fast nur noch ein einziges universelles, von Allen verstandene Bild des Friedens, der Hoffnung und der Annahme: Das eines Neugeborenen, eines kleinen Kindes.

Und so spiegelt sich auch im Weihnachtsgeschehen die große Weisheit Gottes: Der einzige Gott, der als Kind kommt. Und uns daran erinnert, dass wir seine Kinder sind. Seine verlorenen Söhne und Töchter. Weihnachten stellt das Kind ins Zentrum. Und plötzlich verstehen wir Gott. Denn als Eltern verstehen wir, wie wichtig uns unsere Kinder sind und als Kinder verstehen wir, wie lieb uns Eltern haben.

Ich wünsche dir ein neues Weihnachtserlebnis. Eine Begegnung mit Gott, deinen dich liebenden Vater.

S.




Liebe ist…

flower_focusyou_loveEin paar Erklärungsversuche:

1. „In unserer westlichen Welt verbinden wir mit dem Wort „Liebe“ tiefe Bedeutungen, die wir normalerweise nicht mit Business verbinden. Romantik zum Beispiel, oder dieses besondere Gefühl unter den Familienmitgliedern oder engen Freunden. Aber ich meine nicht diese Art von Beziehungen.
Unter „Liebe“ verstehe ich eine Haltung, die dazu beiträgt, dass sich eine andere Person vollendet: um ihr volles Potential zu entfalten.
Liebe ist nicht etwas, das uns plötzlich trifft – es ist ein Akt des Willens. Mit „Akt des Willens“ meine ich, dass sie jemanden nicht mögen müssen, um ihn oder sie zu lieben.
Liebe ist eine bewußte Einstellung zu einer anderen Person.“ – Bill O’Brien

2. „Liebe ist das Gebiet jener relationalen Verhaltensweisen, durch die ein anderes (eine Person, ein Sein oder ein Ding) als ein legitimes Anderes in der Koexistenz mit mir selbst entsteht.“ – Humberto Maturana

3. “Love is the one power that awakens the ego to the existence of something outside itself.” – Robert Johnson

All of these definitions, from the worlds of management, biology, and psychology, are congruent with Paul Tillich’s from theology:

4. Love is the other-acknowledging, other-respecting, other-helping drive that reunites the separated.

@todo Quellen, Übersetung, Erweiterung




Getäuscht: „Wir sehen…

…die Dinge nicht, wie sie sind, sondern so, wie wir sind.“ So steht es wohl im Talmud. Und ja, so ist vanier_ichUndDu_coveres auch, merke ich oft, wenn ich über meine Bewertungen nachdenke. Jean Vanier schreibt in seinem Buch: Ich und Du: dem anderen als Mensch begegnen

Wir sehen die Welt nur mit unseren eigenen Augen; wir sind unfrei und können deshalb die Menschen nicht so sehen, wie Gott sie sieht. Wir sehen die Menschen mit der Brille unserer Wunden, unserer Schwierigkeiten, unserer Vorurteile. bedürfen der Befreiung,…
…um die Menschen mit Behinderungen so zu sehen, wie Gott sie sieht. Um die Menschen anderer Kulturen so zu sehen, wie Gott sie sieht. Um von der Art befreit zu werden, wie wir sehen, und zu versuchen, sie zu verstehen. Wir alle haben Ängste und Vorurteile. Es ist wichtig, zu entdecken, woher unsere Wut und Gewalttätigkeit stammen und wie sich mit ihnen leben lässt. Es ist wichtig, eine Möglichkeit der Verwandlung zu finden, so dass sich Angst und Hass in positive Energien umwandeln lassen.

Das ist ein weiter Weg…

Eigentlich ist das Ding noch schwieriger. Denn wie schwer fällt es oft Nachbarn, Kollegen, Mitmenschen so zu sehen, wie Gott sie sieht. Auf diesem Weg kommen wir an einer Begegnung mit unseren Ängsten nicht vorbei. Denn sie sind es oftmals, die uns unseren Blick trübern:

„Wovor hast du am meisten Angst? Ist das die Angst, nicht mehr geachtet zu werden? Ist es die Angst beiseite geschoben zu werden? Ist es die Angst, nicht mehr geliebt zu werden? Ist es die Angst vor dem Sterben?“ Wovor fürchten wir uns eigentlich? Denn aus Furcht und Angst kann Hass entstehen und aus Hass kann Krieg entstehen.

Wir müssen es lernen, uns unsere Ängste genauer anzusehen, denn wir dürfen uns nicht von Angst beherrschen lassen. Wir müssen unseren Ängsten direkt ins Gesicht sehen und das können wir nicht immer von uns aus tun.
Wir brauchen dafür Hilfe…

Denn oft ist das Kind schon längst „in den Brunnen gefallen“. Und wie so oft scheint erst der Leidensdruck die Tür zum Besseren zu öffnen:

Wenn wir verletzt worden sind, verfallen wir oft in Niedergeschlagenheit oder Gewalttätigkeit. Wir verschließen uns in Wut und Traurigkeit oder sind auf Rache aus. Aber zuweilen kommen Menschen zu dem Entschluss: „Das kann nicht mehr so weitergehen. (…)

(…) Den Menschen einfach zu sagen, was sie tun müssen, bringt nichts …

Idealerweise würden wir in sozialen Strukturen leben, in der wir Kompetenzen entwickeln, mit denen wir Konflikten früh und wirkungsvoll begegnen. Unseren Blick wieder aufhellen. Das Ziel wäre eine Haltung, die sich in folgender Formulierung wiederspiegelt:

Früher pflegten wir zu sagen: „Wenn du dich änderst, liebe ich dich.“ Jetzt fangen wir an, zueinander zu sagen: „Wenn ich dich liebe, änderst du dich und auch ich ändere mich.“

Es gibt Wege dahin.

S.




Gegangen, (In mich)

Ich gehe in mich
Ich dringe immer tiefer
Da vorne – mein Ich
Ich lasse es links liegen
Denn dahinter sehe ich einen guten Freund
Du!

Was entdecken wir, wenn wir uns Zeit nehmen in uns zu gehen? Wir sollten uns nicht zu früh zufrieden geben.

Martin Buber:
„Wir warten auf eine Theophanie von der uns nichts bekannt ist, außer der Ort, und dieser Ort heißt Ge­meinschaft.“