Zeitenwende

Cradle Cross Crown

„Denn Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt … dass die Welt durch ihn gerettet werde“ (Joh 3,17)

Mit Weihnachten wird alles anders. Eine neue Zeit bricht an. Ein Gott kommt in seine Welt und nimmt das Problem selbst in die Hand. Das ist schon ziemlich einzigartig. Aber noch erstaunlicher ist, wie dieser Gott den Unfrieden zwischen den Menschen besiegen will. Was würden wir erwarten, wenn ein Mächtiger kommt? Er löst das Problem mit Macht. Er überwältigt das Böse. Aber Gott bekämpft nicht Symptome, sondern die Ursache. Denn seien wir ehrlich: Wie kommt die Schuld in unsere Welt? Immer durch einen Anderen. (Adam hat es uns vorgemacht. Schuld ist „… die Frau, die du mir gegeben hast…“ (1.Mo 3)).

Mit Schuldzuweisungen rechtfertigen wir unsere Schuld und waschen unsere Hände rein. Doch damit ist Schluss, denn Jesus „entschuldigt“ auch denjenigen, dem ich so gerne die Schuld in die Schuhe schiebe und nimmt es auf die eigene Kappe. Einzigartig! Der einzige Gott, der das tut.

Und damit tut er das einzig Richtige. Er lässt unsere Schuldzuweisungen ins Leere laufen. Und er entlässt uns nicht aus unserer Verantwortung. Statt unser Versagen anderen in die Schuhe zu schieben bleibt uns nichts anderes übrig, als sie zu Jesus zu bringen. Er vergibt auch mir. Und wenn Gott mir vergibt, dann kann ich auch gnädig sein. Und mir selbst vergeben. Und dem Anderen. Ursachen bekämpfen eben.

Wer das akzeptiert, trägt zum Friedensreich Gottes bei. Denn Gott setzt seine Macht nicht ein um uns zu überwältigen, zu beherrschen. Er missbraucht seine Macht nicht um seine eigene Macht auszubauen (siehe Lk 22,25ff). Nein er nutzt sie, um uns zu „er-mächtigen“ und über die Sünde zu herrschen. Sie in jeder unserer Handlungen zu besiegen (s. Genesis 4,7).

Mit Weihnachten wird alles anders. Gott kommt als Kind in seine Welt. Warum als Kind? Kann denn ein Kind die Welt retten? – Wer denn sonst noch? Möchte ich zurückfragen. Gerade in unserer Zeit des Individualismus und der Beliebigkeit (oder wie es in letzter Zeit gerne genannt wir: im „postfaktischen“ Zeitalter) gibt es fast nur noch ein einziges universelles, von Allen verstandene Bild des Friedens, der Hoffnung und der Annahme: Das eines Neugeborenen, eines kleinen Kindes.

Und so spiegelt sich auch im Weihnachtsgeschehen die große Weisheit Gottes: Der einzige Gott, der als Kind kommt. Und uns daran erinnert, dass wir seine Kinder sind. Seine verlorenen Söhne und Töchter. Weihnachten stellt das Kind ins Zentrum. Und plötzlich verstehen wir Gott. Denn als Eltern verstehen wir, wie wichtig uns unsere Kinder sind und als Kinder verstehen wir, wie lieb uns Eltern haben.

Ich wünsche dir ein neues Weihnachtserlebnis. Eine Begegnung mit Gott, deinen dich liebenden Vater.

S.

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