Gesungen, am Abend

AbendliedGesungen haben es schon die Alten. Den Lebensweg des Menschen.

  • Klugheit, vermeintliche und wirkliche, die sich nur allzu leicht zum Maßstab der Wirklichkeit macht und oft übersieht, was man erst auf dem zweiten Blick erkennt.
  • Irrwege aus Stolz und Trotz, die anderen schaden. Meist auch einem selbst.
  • Und dann doch, oft spät, die Erkenntnis des Wesentlichen.

 

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

Matthias Claudius *1740

An manchen Weisheiten ändert sich nichts. Und ein Leben setzt sich aus vielen Tagen und Abenden zusammen.

Ein gelungener Tag, ist ein Tag, an dem man versöhnt mit Gott, sich selbst und dem Nachbarn zur Ruhe kommt.

Vielleicht nicht die schlechteste Idee, am Ende des Tages dann ein (dieses) Abendlied anzustimmen, und sich daran zu erinnern. Eine Möglichkeit über das Misslungene zur Ruhe zu kommen und für das Gelungene Dankbarkeit auszudrücken.

Blessings,
S. (@ 17. Jun 2017)

P.S.:

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